Angkor

Bei meinem ersten Besuch 2003 verbringen wir drei Tage im gigantischen Tempelareal. Die 40 US$ für ein 3-Tages-Ticket lohnen sich auf jeden Fall, dafür wird einzigartiges geboten. Die Anlage gehört unumstritten zu den großartigsten Bawerken der Menschheit.

Den Anfang machen wir mit Angkor Thom und dem Bayon-Tempel. Das ist direkt der erste Höhepunkt. Der Tempel mit seinen Türmen und den riesigen, ehemals 254 Gesichtern, die einen aus jedem Winkel anstarren, hat etwas unheimlich faszinierendes. Beeindruckend sind auch die komplett mit Reliefs bedeckten Außenwände, die Geschichten aus dem Alltagsleben und Historisches erzählen. Quasi per antikem Comicstrip läßt sich die Geschichte der Angkor-Periode nach fast 1000 Jahren nachlesen.

Angkor 2 Zur Mittagszeit geht es weiter zum bekannten Angkor Wat, das größte religiöse Bauwerk der Welt. Der Tempel ist erstaunlich gut erhalten, und beeindruckt nicht nur durch seine Größe. Die Wände sind auch hier völlig mit Reliefs und innen mit Mustern tapetenartig bedeckt. Im Inneren gibt es zahllose Buddha-Statuen, die meisten allerdings kopflos. Die Köpfe fielen teils den Roten Khmer, überwiegend aber wohl Kunsträubern zum Opfer. Die Figuren sind mit den typischen orangen Tüchern, ähnlich der Mönchskutten, umwickelt, ein schöner Farbkontrast vor den Steinwänden. Durch die Gänge und Hallen weht der Duft von Räucherstäbchen, was das Erhabene des Tempels unterstreicht.

Über sehr steile Treppen geht es auf drei Ebenen nach oben bis zum Fuß der fünf Türme. Von hier hat man einen guten Ausblick bis zum äußeren Wassergraben und sieht erst richtig die Größe des Angkor Wat. Rechtzeitig bevor es am Nachmittag immer voller wird und Reisegruppen eintreffen verlassen wir den Tempel, den wir in ziemlicher Stille genießen konnten.

Angkor 3 Auf halbem Weg zum Wassergraben machen wir noch ein Foto des Tempels, der sich in einem Wasserbecken spiegelt, das Standard-Postkartenmotiv. Wer sowas mag, kann sich hier auch auf einem Pferd fotografieren lassen, komplett mit Cowboyhut und Gewehr – passt ja hervorragend zum Tempel?!

Vor dem Angkor Wat warten schon duzende Fliegende Händler und Getränkebuden. Beim Verlassen der einzelnen Tempel spielt sich immer das gleiche ab: plötzlich springen zahllose Frauen auf und preisen winkend die Kälte ihrer Getränke. Jedes Mal die Qual der Wahl, bei wem kaufen wir jetzt eine frische Kokosnuss?

Gemischte Gefühle hinterlassen die vielen Kinder, die oft hartnäckig Postkarten, kleine Flöten oder ähnliches verkaufen wollen oder sich in den Tempeln als Führer anbieten. Wir haben uns entschieden, diese Form der Kinderarbeit nicht zu unterstützen, ob das letztlich richtig ist weiß aber wohl niemand.

Angkor 4 In den nächsten Tagen besuchen wir die restlichen Tempel auf dem kleinen und dem großen Rundweg. Der dritte Höhepunkt der Anlage ist der Ta Phrom, bekannt wegen der Urwaldriesen, die ihn überwuchern. Gigantische Wurzeln umschlingen die Ruinen, zersprengen Mauern und halten andererseits die Reste zusammen. Die Atmosphäre ist in diesem Tempel einzigartig und lässt ein wenig erahnen, wie sich die Entdecker der Anlage wohl gefühlt haben.

Auf dem Rundweg gibt es noch eine ganze Reihe verschiedenster Tempel, teils zerfallen und überwachsen, teils restauriert. Jeder für sich ist einzigartig, hat seine Besonderheiten und die meisten lohnen einen Besuch. Einen Abend verbringen wir auf dem Phnom Bakheng, einem steilen Hügel mit – natürlich – einem Tempel auf dem Gipfel. Hierher pilgern Massen von Touristen, aber auch viele Einheimische und Mönche, um den Sonnenuntergang über dem Tonle Sap See zu bewundern. Toll ist auch der Blick auf Angkor Wat, mitten im Wald leuchtet der Tempel im letzten Sonnenlicht.

Trenner, Globus und Linie horizontal

Im folgenden Jahr verbringen wir nochmal zwei volle Tage in den Tempeln. Da wir alles schon einmal gesehen haben, können wir uns Zeit lassen und uns die besonders schönen Bauten ausführlicher ansehen. Morgens um 5 Uhr fahren wir zum Angkor Wat und laufen durch die Dunkelheit bis zum Wasserbecken direkt vor dem Tempel. Da sind wir mit die ersten, die auf den Sonnenaufgang warten. Es gibt Kaffe zu kaufen (und natürlich auch schon Postkarten) und in der Dunkelheit wird das Stativ aufgebaut. Langsam verfärbt sich der Himmel rötlich, die Silouette von Angkor Wat spiegelt sich im Teich. Gegen 7 Uhr erscheint dann die Sonne über dem Tempel und mittlerweile klicken dann doch duzende von Kameras.

Weiter zum Tonle Sap See

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