Cameron Highlands
Alleine
schon die Busfahrt in die Highlands ist ein echtes Erlebnis, die
letzten 60 km geht es über Serpentinen mitten durch den
Regenwald in die Berge. Die dichtbewaldeten Berge sind eine tolle
Kulisse, zwischendurch sieht man häufig Teeplantagen, die sich
wie flauschige Teppiche endlos über die Hügel ausbreiten.
Eher traurig anzusehen sind allerdings die Wellblech-Dörfer der
Orang Asli. Die Eingeborenen lebten ursprünglich als Nomaden in
den Wäldern, wurden auf staatliche Anordnung aber in Dörfern
angesiedelt. In einem modernen Staat lebt man halt nicht im Wald...
Nun fristen sie ihr Dasein häufig an den Strassenrändern
mit dem Verkauf von Blasrohren etc. an Touristen.
Als Standort in den Highlands wählen wir den Hauptort Tana Ratah. Hier gab und gibt es einen ziemlichen Bauboom, es entstehen laufend neue Hotels. Überfüllt ist es aber zum Glück noch nicht, das Dorf ist noch einigermaßen sympathisch. Wir wohnen sehr schön – mit Balkon – im Guesthouse einer indischen Familie. Dank des angenehmen Klimas, es wird kaum wärmer als 25° und ist auch nicht so extrem feucht – kann man herrlich in der Sonne sitzen und diese auch geniessen. Außerdem laden die Temperaturen zu Wanderungen durch die Regenwälder ein, die hier nicht ganz so anstrengend sind.
Da
man uns wegen der starken Regenfälle in der Woche zuvor vom
Begehen des „Jungle-walk No. 1“ auf den höchsten
Berg der Umgebung abgeraten hat, fahren wir per Taxi auf den Gipfel.
Auf rund 2000m steht eine Telekom-Station, deshalb gibt’s eine
befahrbare Schotterpiste. Unterwegs stoppen wir an einer der
Teeplantagen, unserer Fahrer erzählt uns einiges interessantes
zum Thema Tee. Überhaupt hatten wir vorher keine Ahnung, wie
Teepflanzen aussehen.
Ein
Aussichtsturm auf dem Gipfel bietet eine traumhafte Rundsicht über
die endlose saftig-grüne Berglandschaft. Wir verabschieden den
Taxifahrer und nehmen für den Rückweg dann doch den
Dschungelpfad. Der ist teilweise recht steil, man muss diverse
umgefallene Bäume überklettern und öfters suchen, wo
überhaupt der Pfad langläuft. Außerdem ist es in der
Tat sehr schlammig nach dem Regen, ab und zu sacken wir unverhofft
fast knietief ein. Dafür werden wir mit einer grandiosen
Regenwaldlandschaft entschädigt, halten immer wieder an um
uns in Ruhe umzusehen. Entgegen herrschenden Vorstellungen gibt es
aber keine Tiere zu sehen, die hört man nur überdeutlich in
Form extrem laut zirpender Insekten. Um so schöner ist der
Pflanzenreichtum ,besonders gut gefallen mir die meterhohen
Riesenfarme.
Nach
etwa drei Stunden kommen wir total verschlammt im Dorf am Fuße
des Berges an, freuen uns auf ein Essen und dass wir diesen Pfad
erlebt haben.
In
den nächsten Tagen wandern wir noch über einige andere der
markierten Dschungelpfade, die sich aber alle vergleichsweise harmlos
darstellen und teilweise gar gepflastert sind. Spass macht’s
trotzdem und der Regenwald begeistert immer wieder auf’s neue.
An
einem Regentag besichtigen wir noch die Boh-Plantage, die größte
Teeplantage der Region, und kaufen natürlich Tee (der
ausgesprochen gut schmeckt) für die Heimat. Die Teesträucher
werden alle zwei Wochen abgeerntet, nur die ganz frischen oberen
Blätter werden dabei gepflückt. An den steilen Hängen
läuft das alles per Handarbeit, eine unheimliche Plackerei. Die
Lebensbedingungen der meist indischen Pflücker sind alles andere
als traumhaft, darüber können auch die hübschen
farbigen Holzdörfer in den Plantagen nicht hinweg täuschen.
Insgesamt waren die Tage in den Highlands erlebnisreich und sehr erholsam, auf jeden Fall weiter zu empfehlen.