Marang / Pulau Kapas
Etliche
Tage Regenwald in den Cameron Highlands waren doch erstmal genug. Wir
fahren doch nicht , wie eigentlich geplant, in den Tamam Negara
Nationalpark, sondern direkt weiter an die Ostküste. Jetzt
endlich Strand und Meer!
Der
Bus ist zum Glück auch für europäische Beinlängen
bequem, die Fahrt von KL nach Marang dauert fast 9 Stunden. Ab
Kuantan geht es über die Küstenstraße, stundenlang
zeigt sich das typische Landschaftsbild der Ostküste: Palmen,
kleine Dörfer und Fischerhütten, dazwischen schimmert das
Meer, sonst nichts. Abgesehen von einer Handvoll auch nicht besonders
großer Provinzhauptstädte ist die Ostküste kaum
besiedelt. Einziege Ausnahme ist Kuantan mit zahlreichen
Ölraffinerien in der Umgebung, die größte
Erwerbsquelle für den Staat.
Ansonsten ist die ganze Küste ländlich-verschlafen. Hier leben fast nur moslemische Malaien, die Religion und traditionelle Lebensweise spielen in den Kampungs (Dörfern) noch eine große Rolle. So gibt es in vielen Orten, vor allem in den nördlichen Staaten, keinen Alkoholausschank, auch nicht für Touristen (dafür aber tolle Fruchtsäfte und frische Kokosnüsse). Im Zuge islamisch-fundamentalistischer Strömungen findet man auch häufig arabisch beschriftete Schilder, wobei kaum jemand arabisch sprechen − geschweige denn lesen − kann.
In Marang angekommen laufen erstmal die Kinder des Dorfes zusammen und begrüßen uns, kaum das wir den Bus verlassen haben. Wir finden ein sehr schönes Guesthouse mit einzelnen Bungalows, wo erstaunlich wenig Betrieb ist. Die letzten Tage sind wir die einzigen Gäste, von einer australischen Langzeittouristin abgesehen. Das Personal ist nett und hat viel Zeit, wir unternehmen Ausflüge zusammen, spielen abends Karten und erfahren nebenbei einiges über das Leben in Malaysia.
Direkt
vor Marang liegt die kleine Insel Kapas, mit dem wirklich sehr
schnellen Speed-Boat in 10 Minuten erreichbar. Dort gibt es ein paar
kleine Bungalowanlagen, doch um die nächste Klippe herum hat man
den Strand schon für sich alleine. Die Strände sind
traumhaft, die üppige Vegetation bietet außerdem
genug Schatten. Auf´s Schnorcheln verzichten wir hier aber
sonnenbrandbedingt (schade, es soll sich lohnen).
Eine
Sandbank mit einigen Fischerhäusern direkt vor dem Ort, früher
wohl ein bevorzugter Strand, wird im Moment gerade mit Betonankern
zum Wellenbrecher ausgebaut. Für uns schade, aber zu
Monsunzeiten gab es in der Vergangenheit wohl zu viele
Überschwemmungen, also verständlich.
Marang gefällt uns so gut, dass wir eine Woche bleiben. Abwechselnd geht´s an den Strand nach Kapas und wir unternehmen ein paar Ausflüge ins Umland, unter anderem in die Provinzhauptstadt Kuala Terengganu. Neben einem schönen Markt besuchen wir dort ein neues, großes und gut gelungenes Museum über malaiische Geschichte etc. und es gibt auch mal wieder ein kaltes Tiger-Bier.