Singapur
Am
02. März 2001 ging es los, über Paris mit Air France nach
Singapur. Vorher etwas abschreckend: 13 Stunden Flug
(Nichtraucher...), aber dann ging´s doch einigermaßen.
Etwas verschlafen kamen wir am späten Mittag in Singapur an.
Ein uralter Chinese fuhr uns mit dem Taxi in die Stadt und kam dabei leider nur sehr, sehr langsam voran. Unsere Wunschadresse fand er leider auch nicht. Deshalb sind wir irgendwo ausgestiegen und haben uns erst mal einen Milchshake gegönnt. Das Budget-Hotel aus dem Reiseführer fand sich dann ganz in der Nähe, glich aber leider einer ziemlich heruntergekommenen Baustelle. Das Zimmer zu 30 $ war mindestens 3 Quadratmeter groß, fensterlos und mit einem Etagenbett und Ventilator an der Wand möbliert. Das konnte uns nicht recht begeistern und wir nahmen doch ein Zimmer in der nächstteureren Kategorie. Zentral am Rand der City war das ein guter Ausgangspunkt, mit der modernen U-Bahn und zu Fuss erreicht man schnell den ganzen Innenstadtbereich.
Alle Klischees von der sauberen und modernen Stadt finden sich dann tatsächlich in Singapur wieder, auch die zahlreichen Verbotsschilder. Ganz so streng ist aber doch nicht alles, man sieht zum Beispiel kaum Polizei und auch Einheimische schnippen mal gerne eine Kippe auf die Straße. Schön sind die zahlreichen Grünanlagen, gepflegte Blumenbeete säumen die meisten Strassen.
Am
ersten Abend laufen wir ins Zentrum, zum Singapore River. Der Boat
Quai wurde restauriert, die alten Häuser beherbergen jetzt fast
ausschließlich Restaurants. Leider geht es mächtig
touristisch zu, vor lauter Schleppern und wedelnden Speisekarten
sieht man kaum noch was anderes. Etwas weiter entschädigt dafür
die beleuchtete Skyline des modernen Singapur, von der Flussmündung
aus schon ein toller Anblick.
Im
Gegensatz zu anderen Großstädten der Region wirkt Singapur
wenig "asiatisch", das übliche Chaos und bunte
Treiben fehlt. Alles ist sehr gut organisiert, klinisch sauber und
vor allem viel Fassade. Die Reste der alten Chinatown, was nicht
abgerissen wurde ist mittlerweile saniert, machen nur noch ein paar
Stassenzüge aus. Die Shophäuser sind ausgesprochen schön,
aber auch hier ist sonst nichts mehr natürlich. Das ganze
gleicht einem Freilichtmuseum, Souvenirshops und teure Restaurants
beherrschen die Szene. Sehenswert ist neben den Shophäusern
allerdings der älteste chinesische Tempel der Stadt, wo inmitten
von Glaspalästen noch Tradition gepflegt wird.
Gleiches
gilt für den indischen Sri-Mariamman Tempel, auch wenn die
Darstellungen aus der hinduistischen Götterwelt fast kitschig
anmuten. Längere Zeit verbringen wir dann in der alten
Markthalle, auf der Suche nach einem Money-Changer. Außerdem
gießt es draussen zwischenzeitlich in Strömen, was
zum Glück aber meist nicht länger anhält.
Nach
einem Bummel durch die Arab Street vorbei an der großen
Sultan-Moschee landen wir schließlich in Little India. Hier
kommt dann auch wieder echtes Asien-feeling auf. Unzählige
kleine Läden mit Stoffen, Gewürzen, Räucherstäbchen
und viel Krimskrams säumen die Straßen. Dazwischen viele
Restaurants, die Curries auf dem Bananenblatt servieren. Schön
scharf, hier gab´s das beste Essen in der Stadt.

Nach
zweieinhalb Tagen geht´s erst mal weiter nach Malaysia. Wir
heben schon einiges gesehen in Singapur und eine Menge Geld
dagelassen, kommen außrdem am Ende der Reise noch mal wieder.
Den letzten Tag vor dem Rückflug besuchen wir den Botanischen Garten − unbedingt sehenswert. Neben Resten von "echtem" Regenwald, der früher mal die ganze Insel bedeckte, begeistert vor allem der Orchideengarten mit hunderten farbenfrohen Arten. Dann gab´s zum Abschluss noch Cocktails (Singapur-Sling natürlich) im Westin Stamford. Die Bar dort liegt im 72. Stock, die Besucher kommen wohl auch alle nur wegen der traumhaften Aussicht.
Wartezeiten auf dem Changi-Airport werden auch nicht langweilig, es gibt neben Orchideengarten und Zierkarpfenteig über klassische Lifemusik gibt es das komplette Unterhaltung- und Einkaufsprogramm.