Einreise & Ankunft in Moskau
Für eine Woche ging es dieses Jahr zu viert nach Osten. Wir hatten über einen Reiseveranstalter die Flüge, Hotels und Zugfahrt gebucht, was tatsächlich die preiswerteste Möglichkeit ist, die beiden Städte zu besuchen. Eine Hotelbuchung (oder private Einladung) ist ohnehin obligatorisch, sonst wird kein Visum erteilt. Die Visabeschaffung lief so über’s Reisebüro, was uns zumindest vor der Reise etwas Bürokratie ersparte.
Nach einer kleinen Flug-Odyssee (von Düsseldorf über Frankfurt) kamen wir Sonntagabend in Moskau an. Die Einreise war etwas zeitaufwendig Dank langer Schlangen vor der Pass- und Zollkontrolle. Zum ersten Mal auf einer Reise gingen wir durch den „roten“ Zollkanal, bei der Einreise nach Russland sollten Devisen unbedingt deklariert und das Zollformular abgestempelt werden, sonst sind z.T. Probleme beim Geldwechseln und erst recht bei der Ausreise vorprogrammiert.
In
der Flughafenhalle im Charme der 70er dann der gleiche Trubel wie
überall, Horden von Taxifahrern buhlen um die Gunst der
Neuankömmlinge.
Beim
ersten Geldwechsel lernen wir eine scheinbare Spezialität
kennen, die uns noch häufiger begegnet: die Scheibe des
Wechselschalters ist Papieren aller Art dermaßen zugehängt,
dass man fast auf die Knie gehen muss um mit irgendwem dahinter zu
sprechen. Durch eine winzige Luke werden dann Geld, Pass und Belege
gewechselt.
Wie
das so ist bei Pauschalreisen dauert es eine ganze Weile, bis alle
Teilnehmer den Zoll hinter sich haben und sich in der Eingangshalle
um das Schild des Veranstalters versammeln. Die Reiseleiterin heisst
natürlich Natascha und heisst alle mit der typisch piepsigen
Stimme, der sich russische Damen gerne bedienen, willkommen.
Per
Reisebus geht es dann in die Stadt. Das ganze dauert ziemlich lange,
da Sonntag Abend ist und offenbar die komplette Moskauer Bevölkerung
aus ihren Datschen zurück in die Stadt fährt. Da ist selbst
die vierspurige Straße überlastet. Das erste, was wir
unterwegs sehen kommt uns sehr bekannt vor: Ikea und Metro. Dazu der
Verkehr, fast alles wie zu Hause.
Natascha
sorgt dafür, dass die Fahrt nicht langweilig wird und erzählt
ohne Punkt und Komma. Bei der Fahrt durch die Innenstadt kommen wir
schon an zahlreichen mehr oder weniger bekannten Sehenswürdigkeiten
vorbei und erreichen schließlich unser Hotal. Das Ukraina ist
in einem der sieben Stalin-Hochhäuser untergebracht und strahlt
den Charme vergangener Tage aus, auf jeden Fall eine stilvolle
Unterkunft.
Den Rest des Abends verbringen wir in einem kleinen Restaurant in Nähe des Hotels, nachdem wir die Fußgängerunterführung gefunden haben um die achtspurige Straße vor dem Hotel zu überqueren. Hier herrscht Tag und Nacht ein unglaublicher Verkehr, das ganze ist eine der Hauptausfallstrassen und erinnert eher an eine Autobahn. Entsprechend ist der Geräuschpegel auf der Terrasse des Restaurants hinter künstlichem Efeu. Dafür schmecken das Essen, Bier und natürlich Wodka.
Ein kleiner Spaziergang führt uns über die Moskwa-Brücke zum Weißen Haus, direkt gegenüber des Hotels. Die erleuchtete Stadt an den Moskwa-Ufern ist recht beeindruckend, was bei Tageslicht weniger der Fall ist. Etwas Sorge machen uns bei unserem Spaziergang haufenweise streunende Hunde, die sich aber als friedlich erweisen.