[2006]
Ein weiter Besuch am Inle See ist klare Sache, landschaftlich ist er eine der
schönsten Ecken im Land.
Christian und ich fliegen mit Air Bagan bis Heho, das Taxi nach Nyaungshwe ist
geringfügig teurer geworden. Unterwegs legen wir einen Stopp am Shwenyaung-Kloster
ein, wo ich mich dieses Mal genauer umsehe. Neben dem bekannten Fotomotiv der ovalen Fenster
im alten Holzgebäude ist auch die angrenzende Pagode interessant. Dort stehen tausende
kleiner Buddhafiguren in bunten Nischen, mit schummriger Lichtstimmung und schönen
Kontrasten. Wir sind die einzigen Besucher und können im alten Kloster auch noch ein
paar Blicke auf die Andacht der jungen Mönche werfen, wobei die gesungenen Mantren
einen stimmungsvollen akustischen Hintergrund liefern.
Vor dem Kloster haben sich mittlerweile eine Handvoll Souvenirstände breit gemacht,
viel los ist aber nach wie vor nicht.
In Nyaungshwe bekommen wir gerade noch das letzte Zimmer im "Aquarius Inn", klein und ohne Bad und jeden Komfort, aber dafür sehr preiswert. Mal abgesehen von den steinharten Matratzen gefällt uns dieses Guesthouse auf Anhieb. Die Leute sind umwerfend nett, verwöhnen uns täglich mit Tee, Snacks und frisch gepressten Säften, außerdem gibt es hier ein unschlagbar gutes Frühstück. Ein schöner Innenhof mit reichlich Grün wird unsere Oase für gemütliche Abende mit Kerzenlicht und Bier.
Am ersten Tag unternehmen wir noch die fast obligatorische Kanufahrt durch die Kanäle,
die auch beim zweiten Mal noch wahnsinnig schön ist. Wir besuchen ein paar kleine Dörfer,
wo sich sofort etliche Kinder zum Fototermin einfinden. Das Kanu gleitet durch Reisfelder und über
spiegelglatte Wasserflächen, die Ruhe ist genauso herrlich wie die intensiven Farben im Abendlicht.
An einem Nat-Schrein bleiben wir etwas in den Schlingpflanzen stecken und ein Wasserbüffel
überlegt scheinbar, ob er unser Boot versenken soll. Er lässt es bleiben, geht aber auch
partout nicht in die Sonne für ein Foto.
Unser Bootsführer verkörpert geradezu die Umgebung und Stimmung: ein alter Mann,
der eine ungeheure Ruhe ausstrahlt. Unser Dank ist ihm gewiss für die schönen Stunden, die
wir bis nach Sonnenuntergang mit ihm verbracht haben.
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Der nächste Tag wird wieder komplett auf dem See verbracht, mit dem Boot fahren wir bis zum
Südende und besuchen neben einem Markt einige Dörfer und Klöster. Es hat sich
nicht viel geändert verglichen mit dem Vorjahr, auch die Faszination des Sees ist
immer noch dieselbe. Ich entdecke vieles, was ich beim ersten Mal nicht gesehen habe, für neue
Eindrücke und Motive ist reichlich gesorgt.
Großen Trubel verursacht die Begegnung mit einer Schulklasse, die auf ihr Boot wartet und gar nicht
genug fotografiert werden kann. Die Bilder dann im Kameradisplay zu sehen ist wie immer der Renner.
Am Abend entdecken wir ein uriges und unauffälliges burmesisches Restaurant, wo wir ein typisches Curry genießen. Der Tisch wird zugepflastert mit zig Schälchen, die zahlreiche Beilagen beinhalten. Salat aus eingelegten Teeblättern darf natürlich auch nicht fehlen und schmeckt wieder ausgezeichnet. Bei einer Flasche "Grand Royal" Whisky, der billig aber gar nicht schlecht ist, bleiben wir noch lange im Kreis der Einheimischen und freuen uns über den gelungenen Tag.