Phuket

Um uns zwei Tage im Bus zu sparen, sind wir von Chiang Mai nach Phuket geflogen. Inlandsflüge gehen häufig und sind außerdem extrem billig. Mit etwas gemischten Ge-fühlen haben wir Phuket angesteuert, nach dem Massen von Touristen in Chiang Mai haben wir dort noch mehr Trubel erwartet.
Doch weit gefehlt. Beim Anflug zeigt sich die Insel aus der Luft von ihrer besten Seite: üppig grün, das Inselinnere von Wäldern und Hügeln bedeckt, Sandbuchten an der Westküste. Über Phuket-Town fahren wir per Songthaew (Pick-up mit Bänken auf der Ladefläche, verkehren häufig als Sammeltaxi) weiter zur Nai Harn Bucht ganz im Süden der Insel. Nach halbstündigem Fussmarsch bergauf und -ab erreichen wir die Bungalowanlage reichlich verschwitzt. Jetzt erstmal ab ins Meer! Etwas entäuscht sind wir schon, das Wasser hat Badewannentemperatur, keine Spur von Erfrischung. Dafür entschädigt uns ein toller Sonnenuntergang über der Bucht.
Hier direkt an der Küste ist die Luftfeuchtigkeit noch höher, unsere Hütte am Strand hat auch nachts noch Waschküchencharakter. Unsere „Mitbewohner“ aus dem Reich der Insekten stört es nicht, sogar eine große Gottesanbeterin fühlt sich offensichtlich wohl bei uns.

Wir verlassen die verschlafene kleine Bucht und fahren zurück nach Phuket-Town, wo wir unser nächstes Quartier nehmen. Entgegen allen Befürchtungen ist hier von Tourismus kaum etwas zu merken, die Inselhauptstadt ist ein ganz netter eher ruhiger Ort. Es kommen nur hin und wieder Busse mit Tagesausflüglern aus den Pauschal-Hotels am Patpong-Beach. Am Abend gehört die Stadt weitgehend den Einheimischen, selbst der Nachtmarkt hat keinen touristischen Anstrich. Es gibt viele nette kleine Lokale, die vor allem von Thais besucht werden und hervorragende Fischgerichte und Meeresfrüchte anbieten.

Viele Sehenswürdigkeiten gibt es nicht, ganz interessant waren ein chinesischer Tempel und eine kleine Schmetterlingsfarm nahe der Stadt. Tagsüber fahren wir per Bus zu den verschiedenen Stränden an der Westküste. Besonders gut hat uns der Karon-Beach gefallen. Auch hier war kein Rummel, viel Platz für jeden und sogar etwas Wellengang. Nachdem wir den letzten Bus verpasst haben (so genau weiss eh kein Mensch, wann und wohin überhaupt Busse fahren...), haben wir uns noch einen Sonnenuntergang gegönnt. Zurück in die Stadt ging es dann nur noch per Tuk-Tuk, wegen mangelnder Konkurrenz natürlich zu einem traumhaften Preis für den Fahrer.

Obwohl von Pauschalfliegern direkt angeflogen, war die Insel kaum überlaufen, die Urlauber ballen sich an einigen wenigen Stränden, die entsprechend verbaut sind. Es gibt aber auch genug ruhige Ecken, der Aufenthalt hat uns insgesamt gut gefallen.

Pang Nga Am letzten Tag unternehmen wir einen Ausflug zur Pang Nga Bucht, die vor allem durch den „James-Bond-Felsen“ bekannt wurde. Die Tour ist unbedingt zu empfehlen! Mit dem Boot geht es zuerst eine halbe Stunde durch endlose Mangroven-Sümpfe. Diese salz-wasserresistenten Pflanzen sind hier noch recht intakt, in vielen Küstengebieten sonst mittlerweile nahezu ausgestorben. Wir lassen die Mangroven hinter uns, das offene Meer ist erreicht und mit ihm tausende von Felskegeln, die sich aus dem Wasser heben. Es geht durch Höhlen und zwischen den großen, teils bewachsenen Kalkfelsen weiter nach Kho Phanhi.
Dieses auf Pfählen errichtete Dorf von moslemischen Seezigeunern ist Ziel für die Mittagspause. Der eigentlich hübsche Ort dient mittlerweile nur noch als Touristenattraktion, außer ein paar Restaurants scheint er hauptsächlich aus Souvenirshops zu bestehen. Die negativen Auswüchse des Tourismus hinterlassen hier einen bitteren Beigeschmack.
Schließlich geht es weiter zu einer kleinen Insel mit dem berühmten James-Bond-Felsen aus „der Mann mit dem goldenen Colt“.  Die Millionen Jahre alte Felslandschaft ist grandios.
Leider gab es an diesem Tag einen Wetterumschwung, die Ausläufer eines Unwetters an der Ostküste erreichten Phuket. Der düstere Himmel und die aus dem Dunst erscheinenden Felskegel hatten aber auch so ihren Reiz, obwohl es bei Sonnenschein sicher noch schöner gewesen wäre. Auf der James Bond Insel fing es dann an zu regnen und hörte leider auch die eineinhalbtündige Rückfahrt nicht mehr auf. Das Boot - nur mit einem Sonnendach versehen - wurde in Wind und Regen zur Dusche. Ziemlich durchnässt stiegen wir am Anleger in den Bus, wo natürlich die Aircon auf Hochtouren lief... zum ersten und einzigen Mal haben wir in Thailand gefroren.

weiter nach Krabi

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