Nha Trang

[2003] Die nächste Busetappe bringt uns in rund vier Stunden nach Nha Trang. Die Fahrt auf der N1, die Vietnam einmal von Nord nach Süd verbindet, geht stellenweise nur gemächlich voran. Die eher schmale Strasse führt mitten durch die Dörfer und alle möglichen und unmöglichen Fahrzeuge sind unterwegs. Autos gibt es sehr wenige, dafür umso mehr LKWs, Fuhrwerke, Busse, Mopeds... Einige Überholmanöver kann man durchaus als gewagt bezeichnen.
Die Strasse wird teils von endlosen Reisfeldern gesäumt, ab und zu gibt es kleine Dörfer. Die Hügellandschaft im Hintergrund ist verglichen mit anderen Ländern der Region oft ziemlich kahl – Hinterlassenschaft von Agend Orange und Napalm, auch noch nach 30 Jahren. Die zig Tonnen dioxinhaltiger Entlaubungsmittel, erst von den Franzosen und dann von den Amerikanern eingesetzt, führen noch heute zu schweren Behinderungen bei Neugeborenen. Hunderttausende leiden immer noch an den (Spät-)folgen (siehe auch "Links").


Nha Trang 1 Nha Trang ist eine sehr sympathische Stadt, mittendrin liegt der 5 km lange, breite Strand. Am dem ist trotz einer Menge Tourismus noch viel Platz, Schatten gibt es wahlweise unter Palmen oder Sonnenschirmen. Eine Truppe von Händlerinnen bietet Früchte, Postkarten und komplette tragbare „Seafood-Restaurants“.

Abwechslung bietet die Stadt mit ihrem sehenswerten Fischereihafen. Vom etwas außerhalb liegenden Hügel mit den Resten der Cham-Türme hat man einen tollen Blick auf Hafen, Fluss und den Ort. Rund um den Markt gibt es urige Gassen und der Verkehr ist insgesamt mäßig. Dazu gibt es in Nha Trang viele nette Restaurants.
Eine Konzession an den Tourismus, der hier doch recht stark vertreten ist, sind einige lärmende Cocktail-Bars. Außerdem gibt es in dieser Stadt aus unerfindlichen Gründen unglaublich viele Friseure, ich nutze dies für meinen bisher billigsten Haarschnitt (10.000 Dong, das sind etwa 60 Cent).

Nha Trang 2 In Nha Trang machen wir den "obligatorischen“ Tagesausflug zu den vorgelagerten Inseln. Das Boot ist reichlich voll, aber ansonsten war das ein gelungener Tag. Wir haben auf die "Disco-Boote" von Mama Hanh (und der duzenden anderer Mamas) verzichtet und wollten es etwas ruhiger angehen lassen. Der Höhepunkt waren die Schnorchel-Stops an zwei recht intakten Korallenriffs, nur an Fischen war nicht so viel zu sehen. Wie bei jedem Anbieter gab es auch bei unserer Bootstour natürlich eine Floating Bar, die im Wasser vietnamesischen Rotwein ausschenkt – der übrigens gar nicht schlecht schmeckt. Einigen vietnamesischen Mitfahrerinnen bekam der Seegang allerdings nicht so recht, es mussten Tüten gereicht werden.

Trenner, Globus und Linie horizontal

[2004] Im Jahr drauf kommen wir natürlich zurück nach Nha Trang um nochmal das Strandleben zu geniessen. Wir bleiben knapp eine Woche, das Wetter spielt aber nur teilweise mit. Ein paar Tage gibt es Sturm und Wolken. Aber schön ist es trotzdem und erholsam sowieso. Wir besichtigen diesmal auch die Long Son Pagode mit dem großen Marmorbuddha. Toll ist vor allem der Ausblick von oben über die Ebene um Nha Trang mit ihren Reisfeldern und im Hintergrund den Bergen. Ansonsten ist der Besuch etwas anstrengend, so viele Bettler, Händler und „Guides“ haben wir sonst kaum auf einem Haufen erlebt.

Interessant ist das Yersin-Museum, als es tatsächlich einen Tag regnet sehen wir's uns an. Viele Fotos vermitteln das Leben in Vietnam zur Kolonialzeit.

Unser Favorit bei den Restaurants von Nha Trang bleibt das Lac Canh - der Inbegriff fast orgienartigen Abendessens. Über zwei Etagen und auf der halboffenen Terrasse qualmen die Grills, am Tisch bereitet man sich selbst lecker mariniertes Rindfleisch, Tintenfisch, Shrimps und andere Köstlichkeiten zu. Das Bier wird gleich kastenweise unter die Tische gestellt, unter denen sich gleichzeitig die Abfälle sammeln. Berge schmutzigen Geschirrs werden auf Handkarren über die Strasse ein paar Häuser weiter zum Spülen gebracht und ständig fahren Kellner auf dem Moped los, neues Brot oder anderes besorgen. Der Laden ist eigentlich immer voll und die Stimmung feucht-fröhlich und ungezwungen. Wer öfters kommt kann auch mal ein Bier mit dem Besitzer trinken und wird per Handschlag verabschiedet. Einige der Kellner und Laufburschen arbeiten auch als Cyclo-Fahrer und bringen die glücklichen Gäste nach Hause, wenn das Lac Canh schließt (wie meist in Vietnam ziemlich früh, länger als 10 geht's kaum). Muss man einfach erlebt haben!

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