Allgemeine Infos & Tipps zu Vietnam

(Stand 2004, aktualisiert 07/2005)


Hier habe ich ein paar wissenswerte Dinge und Besonderheiten für alle, die vielleicht selbst nach Vietnam fahren wollen, zusammengestellt. Natürlich unvollständig, subjektiv und ohne Garantie. Den Teil Kambodscha habe ich hier weggelassen, da ich lediglich in Angkor und Umgebung war und über den Rest des Landes nicht viel sagen kann (Ausnahme: bei den Literaturtipps sind auch ein paar Bücher über Kambodscha aufgeführt).

Der Reisebericht steht auch als PDF-Dokument zum Download zur Verfügung, zum offline Lesen oder Ausdrucken:
Bericht mit Bildern [0,9 MB]

Creative Commons License Dieses Dokument ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert, sie dürfen zu nicht-kommerziellen Zwecken beliebig weitergegeben oder verarbeitet werden. Eventuelle Vermerke zum Urheber sind beizubehalten.


Wer noch Fragen hat, kann sich natürlich gerne melden.

Land | Leute | Verhalten | Kommunikation | Verkehr | Geld | Essen & Trinken | Literatur

Land

Das erste, was vielen zu Vietnam einfällt, ist meist der Vietnamkrieg. Dieser war für die jüngere Geschichte des Landes sicherlich mit prägend. Ganze Generationen haben keinen Frieden gekannt und daher auch kein Bild von Leben im Frieden gehabt. Seit der kolonialen Unterdrückung (ich denke, man kann sie so nennen) bis vor 30 Jahren befand sich das Land in permanentem Kriegs- und Mangelzustand

Spuren vor allem des letzten Krieges begegnen uns noch heute. Die meisten Wälder sind verschwunden, nicht nur aber auch durch Massen von versprühten Dioxinen. Das Gift ist immer noch nicht abgebaut, auch heute noch gibt es Geburten mit schweren Behinderungen in Folge des "Agent Orange".

Ein großer Teil der Bevölkerung ist heute jedoch unter 25 und kennt die Kriegszeiten nur noch aus Erzählungen. Im Alltag spielt dieser Teil der Geschichte auch keine Rolle mehr. Ausländern gegenüber, auch Amerikanern, konnten wir keine Vorbehalte wahrnehmen. Der Krieg wird mittlerweile eher für die Touristen vermarktet und zum Ausflugsziel geworden, zum Beispiel bei den Tunneln von Chu Chi und in der Demilitarisierten Zone am 17. Breitengrad. Oder in den großen Städten, wo man an jeder Straßenecke "Original-Zippos eines GI von 1966, zufällig gestern gefunden im Urwald" kaufen kann. Mit dem Thema Krieg hat man ansonsten gut abgeschlossen, so war unser Eindruck.

Mehr oder weniger seit Ende des zweiten Weltkrieges ist Vietnam ein kommunistischer Staat, mittlerweile einer der letzten. Doch auch dies fällt kaum noch auf, ganz anders als in den ehemaligen Staaten des Ostblocks bzw. der Sowjetunion. Von der typischen Parteipropaganda auf vereinzelten Plakaten abgesehen erinnert nichts an einen "einheitsgrauen" realen Sozialismus. Die Bewegungsfreiheit im Lande ist kaum eingeschränkt, auch f¨ die Bevölkerung nicht. Man lacht und feiert gerne, dass Land wirkt sehr lebendig. Seit 1989 die Liberalisierung der Wirtschaft, "Doi Moi" eingeführt wurde, geht es bergauf. Nicht nur wirtschaftlich, auch die Freiheiten haben zugenommen, was uns von vielen jungen Leuten bestätigt wurde. So weit, eine Opposition oder andere politische Meinungen öffentlich zuzulassen, ist man allerdings noch nicht.

Außer Geschichte und Politik, über die es mehr zu lesen lohnt, bietet das Land noch eine ganze Menge. Die historischen Stätten gehören meiner Meinung nach zwar nicht unbedingt zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Region, lohnen aber dennoch einen Besuch. Hanoi zählt für mich immer noch zu den schönsten und ursprünglichsten Städten Asiens. Darüber hinaus gibt es vor allem eines: wunderbare Landschaften. Hunderte von Kilometern Küste mit schönen Stränden, Hügellandschaften und vereinzelte Nationalparks, die einzigartige Halong-Bucht und der riesige Garten des Mekong-Deltas waren unsere Highlights.

Trenner, Globus und Linie horizontal

Leute

Die Menschen in Vietnam haben wir als überaus höflich, korrekt und hilfsbereit erlebt. Wir hatten mit sehr vielen netten Menschen zu tun und kaum schlechte Erfahrungen gemacht.

Die Verständigung mit Englisch war kein Problem und es ergaben sich viele interessante Kontakte. Viele Leute waren interessiert, auch etwas von uns und unserer Heimat zu erfahren, auch wenn die Verständigung dann manchmal doch nur mit Händen und Füßen funktionierte.

Die Gesellschaft ist wie meist in Südostasien konservativ. Die Regeln und Traditionen einer strengen, hierarchischen Gesellschaftsordnung nach Vorbild des Konfuzianismus spielen immer noch und seit jahrhunderten eine große Rolle, auch im Sozialismus. Nach allem was wir erfahren haben, stört dieses "Korsett" die Jugend im Land mehr als die Einheitspartei, die sich nicht großartig in ihr Leben einmischt. Der westliche „Way of Life“ wird hier genauso angestrebt wie überall, vor allem von der Jugend. Aber viele Verhaltensweisen sind nach wie vor undenkbar.

Religion spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im Alltag, eher ungewöhnlich im Kommunismus. Aber dieser ist hier in manchen Fragen auch eher pragmatisch als dogmatisch, genau wie die Religion. Kleine Hausaltäre finden sich in jedem Gebäude von der Hütte bis zum Hotel. Hier wird meist der Ahnen gedacht. Die Tempel und Pagoden bieten oft eine Allerlei der Religionen, neben dem Buddhismus sind unter einem Dach oft Daoismus, Konfuzianismus, Schutzgeister und Elemente des Hinduismus vertreten, dazu gesellen sich die Gedenktafeln der Ahnen. Jeder findet, was er sucht.

Als die Plagen des Reisenden in Vietnam werden oft Bettler, Händler und Kinder genannt, die einen auf Schritt und Tritt verfolgen. Dies kann ich nur begrenzt bestätigen. Bettler sahen wir ausgesprochen selten und wenn meist unaufdringlich. Welche Probleme offensichtlich Leute in Vietnam mit Kindern hatten, ist mir ein Rätsel. Einzig die Händler sind in großer Zahl anzutreffen, eigentlich wie überall wo es Touristen in größren Mengen gibt. Wer mag es den Leuten verdenken, dass jeder versucht, sein kleines Business zu betreiben. Und sei es, mit dem Bauchladen Postkarten oder was auch immer zu verkaufen. Höfliche Absagen werden meist akzeptiert, "verfolgt" fühlten wir uns eigentlich nicht. Überhaupt, verglichen mit arabischen Ländern ist das harmlos. Schlitzohren gibt es natürlich trotzdem, wie überall auf der Welt. Das schlimmste, was einem wahrscheinlich passieren kann, ist dass man ab und an etwas über´s Ohr gehauen wird. Wir haben nur einmal erlebt, dass mit der Gastfreundschaft Schindluder getrieben wurde: uns wurde eine Kokosnuss als "Geschenk" von einem netten Menschen angeboten, die dann aber nach dem Verzehr doch einen sehr überhöhten Preis kosten sollte. Hoffentlich kommt derartiges nicht in Mode.

Trenner, Globus und Linie horizontal

Verhalten

Ein gewisses Maß an Anpassung an die kulturellen gesellschaftlichen Gegebenheiten ist, wie in allen Ländern, gefragt. Auf kleines Fehlverhalten wird man aus Höflichkeit und Respekt vor dem reichen Westler meist nicht offen angesprochen oder gar kritisiert, mit höflichem und respektvollem Verhalten bricht sich aber kein Reisender einen Zacken aus der Krone. Hält man sich an die Grundregeln von Höflichkeit und Anstand, wird man in Vietnam keine Probleme haben. Die Vietnamesen haben wir als sehr tolerant erlebt, ein Riesenkatalog von Verhaltensregeln erübrigt sich meiner Meinung nach.

Die Menschen freuen sich natürlich über kleine Aufmerksamkeiten. Für gute Dienstleistungen ein kleines Trinkgeld oder Geschenk zu überreichen, finde ich durchaus sinnvoll. Trinkgelder kommen hier, anders als in anderen Ländern Asiens, mittlerweile in Mode und werden auch schon mal zwangsweise Einbehalten, indem kleine Wechselgeldbeträge erst gar nicht herausgegeben werden. Dies empfinde ich allerdings als Unsitte, die hoffentlich nicht einreisst.

Gar nicht sinnvoll finde ich aber, wahllos Geschenke oder Süssigkeiten zu verteilen oder bettelnden Kindern Geld in die Hand zu drücken. Das verursacht eher Probleme als das es welche löst. Selbiges gilt auch für völlig unangemessene Trinkgelder. Für eine dreistündige Bootsfahrt 5$ Trinkgeld (wie beobachtet) sind nach unserem Masstab vielleicht angemessen, machen in Vietnam aber einen Tageslohn aus. Ich denke, dies treibt einerseits Preise in die Höhe und der nachfolgende wird mit seinem durchschnittlichen Trinkgeld sicher kein strahlendes Lächeln ernten.

Trenner, Globus und Linie horizontal

Kommunikation

Ist in Vietnam gar kein Problem. Die Verständigung in Englisch klappt in den meisten Fällen, auch wenn die Aussprache etwas gewöhnungsbedürftig und teilweise ganz lustig ist. Wenn wir allerdings versuchen, Vietnamesisch auszusprechen, garantiert das auch einige Lacher bei den Einheimischen. Da die vietnamesische Schrift die lateinischen Buchstaben verwendet, kann man zumindest einiges lesen.

Internetcafés gibt es so ziemlich überall. Hier ist die wirtschaftliche Entwicklung des Landes unverkennbar: 2004 gab es bereits etliche Flachbildschirme und häufig einen schnellen DSL-Zugang, anders als noch im Jahr zuvor. Schwierig ist manchmal, einen Platz zu ergattern, da sich die Internetcafés bei der heimischen Jugend großer Beliebtheit erfreuen. Informationen abrufen und Mails verschicken ist außerdem eine billige Angelegenheit, in Hanoi kostete eine Stunde online keine 30 Cent.

Telefonieren ist ähnlich unkompliziert. Deutsche Handys (T-D1 zumindest) funktionieren überall im Land und die Roaming-Preise sind einigermaßen erträglich. Wer vorhat, viele Ortsgespräche zu führen, kauft am besten eine vietnamesische Prepaid-Card für sein Handy, Telefonzellen gibt es nicht. Ansonsten telefoniert man von der Post, Telefonbüros oder dem Hotel aus, wobei letzteres wie immer teuer ist.

Unsere Urlaubsgrüsse per "altmodischer" Postkarten sind nach einiger Laufzeit alle ohne Probleme angekommen.

Trenner, Globus und Linie horizontal

Verkehr

Im Land reist man mit Bussen, Zug, Fahrrad, Cyclo, Boot, Taxi, Auto, Flugzeug... ja nach dem, was verfügbar ist und was Zeitplan und Geldbeutel hergeben. Reisen über längere Strecken sind zeitaufwendig. Die Strassen sind nicht im besten Zustand und auch auf der Hauptverbindung von Hanoi nach Saigon, der N1, sind auf der meist einspurigen Straße viele LKWs, Fahrräder, Ochsenkarren, Fußgänger usw. unterwegs. Mehr als 30 Kilometer in der Stunde sollte man bei Überlandfahrten nicht einkalkulieren. Züge sind allerdings auch nicht schneller. Die Fahrtkosten sind günstig, zumindest in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Um größere Distanzen zu überbrücken sind Inlandsflüge nicht schlecht. Vietnam Airlines fliegt zuverlässig und regelmäßig viele Stecken. Die Preise sind ganz ok, z.B. Hué − Hanoi ca. 45 US$. Buchungen sind auch kurzfristig möglich, wir hatten nie Probleme, einen Flug zu bekommen. Die Airline-Büros gibt es in jedem größeren Ort, oft auch sonntags geöffnet. Die Tickets werden direkt ausgestellt und es kann per Kreditkarte oder in US$ gezahlt werden.

Eine Besonderheit in Vietnam sind die sogenannten "Open-Tours". Anbieter wie "Sinh-Café" bieten Busverbindungen durch das ganze Land, die theoretisch an jedem Ort beliebig lange unterbrochen werden können. So kann man mit einem Ticket Stück für Stück von Saigon bis Hanoi fahren. Die Busse legen unterwegs auch Fotostopps an Sehenswürdigkeiten oder Stränden ein. Nachteil ist, dass man unter sich bleibt, es sind reine Touristen-Busse. Wir haben lediglich kurze Teilstrecken mit diesen Anbietern zurückgelegt und daher keine Erfahrungswerte wie das über längere Strecken klappt.

Die selben Anbieter und zahllose kleine Reisebüros bieten auch organisierte Ausflüge an. Dies haben wir z.B. für das Mekong-Delta und die Halong-Bucht genutzt und durchaus gute Erfahrungen gemacht. Es waren jeweils kleine Gruppen und für günstige Preise wurde einiges geboten. Insbesondere die Halong-Bucht ist meiner Meinung nach auf eigene Faust nicht besser zu erschließen. Da sich die Zahl der Anbieter ständig ändert, sollte man sich aber auf jeden Fall vor Ort bei anderen Reisenden erkundigen, wer wo gute Erfahrungen gemacht hat. Die Preise sind überall ähnlich, aber nicht alle halten was sie versprechen.

Im Nah- und Stadtverkehr gibt es meist Cyclos (Fahrradrikschas) sowie günstige Taxis. Mit Taxameter fährt man nur in Saigon und Hanoi, sonst ist Verhandeln angesagt. Überlandstrecken kosten per Taxi ca. 30$ für 100 Kilometer.

In kleineren Orten gibt es meist nur Motorradtaxis, die einen aber auch mit umfangreichem Gepäck problemlos befördern.

Trenner, Globus und Linie horizontal

Geld

Vorbei sind die Zeiten, in denen man gehalten war, Bündelweise US-Dollar in kleinen Scheinen mit sich herumzuschleppen. Heute benötigt man im Prinzip überhaupt keine Dollar mehr, wir haben so ziemlich alles in der vietnamesischen Währung Dong bezahlt. Der einzige praktische Nutzen ist, größere Beträge wie Hotelzimmer mit einer Dollarnote statt mit einem dicken Bündel Dong zu bezahlen. Das Bezahlen mit Dong ist aber grundsätzlich überall für alles möglich und oft auch günstiger, da beim Zahlen kleinerer Beträge in US$ ein schlechter Kurs angesetzt wird.

Geldwechsel ist überall in Banken und Wechselstuben oder Goldgeschäften problemlos. Es werden US$, Euro und die gängigen Traveller-Schecks unkompliziert gewechselt. Die einzige Schwierigkeit ist, das dicke Bündel Dong irgendwo zu verstauen. Beim Verlassen einer Bank ist man in Vietnam schnell als Millionär unterwegs, auch mal ein schönes Gefühl. Dafür hat man so gut wie nie Münzen, die es erst seit 2004 wieder gibt, also kein schepperndes Kleingeld sondern nur Papier.

Kreditkarten sind zunehmend verbreitet und für Hotelrechnungen oder Flugtickets eine gute Zahlungsmöglichkeit. Nur Geldautomaten sucht man meist vergeblich, außer mit einigen wenigen in Hanoi und Saigon läuft da nichts.

Hinsichtlich des Geldbedarfs ist es schwer, Tipps zu geben, der hängt sehr vom Reisestil und den eigenen Vorlieben ab. Grundsätzlich ist das Preisniveau niedrig, ich fand Vietnam ein eher billiges Reiseland. Sehr gute Doppelzimmer mit Aircon und Frühstück waren ab 10-15$ erhältlich, weniger Komfort gibt es noch deutlich günstiger.

Trenner, Globus und Linie horizontal

Essen & Trinken

Für mich ist Vietnam ein kulinarisches Highlight, wir haben dort hervorragend gegessen und hatten keinerlei Probleme mit Magengeschichten oder ähnlichen.

In Vietnam wird so ziemlich alles Mögliche und Unmögliche gegessen. Exotisches wie Frosch oder Skorpion bekommt man regelmäßig angeboten, Hund nur in der Gegend von Hanoi, vor allem im Winter.

Aber keine Sorge, man kann sich auch ganz "normal" ernähren. Die Auswahl ist groß, egal ob Fleisch oder Fisch oder vegetarisch. Uns haben es besonders die diversen Grillgerichte angetan, teils am Tisch zubereitet. Auch lecker waren die verbreiteten Suppen, die Nudelsuppe Pho gibt es an fast jeder Straßenecke. Besonders in der Gegend von Hué gibt es gute Frühlingsrollen, hier werden verschiedene Zutaten am Tisch in Reispapier gewickelt, sehr schmackhaft. Die vietnamesische Küche fand ich insgesamt abwechslungsreich, es sind unterschiedliche Geschmacksnuancen von mild bis scharf vertreten und es werden viele frische Kräuter und Salate verwendet.

Ob an Garküchen oder in den kleineren Restaurants, das Essen ist preiswert, für einen Euro bekommt man meist eine gute warme Mahlzeit. Teuerer aber durchaus erschwinglich sind Spezialitäten wie Garnelen.

Zum Frühstück gibt es überall frisches und meist gutes Baguette, wo doch Brot in vielen asiatischen Ländern unbekannt ist. So hat die französische Zeit wenigstens noch ein Gutes.

Fantastisch ist die Vielfalt der überall erhältlichen frischen Früchte. Mangos, Papayas, Kokosnüsse, Mangosteen und Dragonfruits haben wir regelmäßig genossen, teils auch als leckere Frucht-Shakes. Das Angebot auf den Märkten ist üppig und preiswert.

Auch an Getränken ist so ziemlich alles billig erhältlich. Einheimisches Bier schmeckte uns gut, auch wenn die bekannte Sorte 333 auf vietnamesisch "Bah-Bah-Bah" gesprochen wird. Vielerorts gibt es Biergärten, die Bier vom Fass spottbillig ausschenken, leider ist das etwas dünn. Dafür gibt es hier auch immer gute Kleinigkeiten zum Essen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Sitte, Eiswürfel in große Biergläser zu werfen. Das ist aber gar nicht schlecht, besser als nach kurzer Zeit lauwarmes Bier.

Kaffee und Tee werden, wenn man nichts anderes angibt, mit Unmengen gesüßter Kondensmilch serviert. Der Kaffee tropft meist gähnend langsam durch einen kleinen Metallfilter auf der Tasse, schmeckt aber dafür gut und ungefähr wie ein Espresso. Als Durstlöscher dient oft grüner Tee, den man auch vielerorts kostenlos erhält. Für meinen Geschmack war der allerdings sehr bitter, ich nehme doch lieber die süße Milch.


Eiscafés gibt es auch an einiges Orten, vor allem an der Küste. Leckere Eisbecher kann man hier zu traumhaften Preisen genießen.

Trenner, Globus und Linie horizontal

Literatur

Vieles aus, über und rund um Vietnam habe ich vor, während und nach meiner Reise gelesen. Dazu gehören auch Romane, die ebenfalls dazu beitragen können, ein Bild eines Landes zu bekommen. Einiges habe ich über Ho Chi Minh gelesen, dessen Biografie ich sehr interessant fand und wobei man eine Menge über Geschichte, Gesellschaft und Denkweise Vietnams erfährt.

Hier eine Auswahl an Büchern:

Reiseführer

"Vietnam", Reise-Know-How
Damit bin ich gut zurecht gekommen, es war alles drin was ich brauchte.

Ho Chi Minh

"Ho Chi Minh − A Life", William J. Duiker
Das Standardwerk über den Revolutionär. Leider nur als amerikanische Ausgabe erhältlich, aber verständlich geschrieben und trotz rund 650 Seiten gut zu lesen

"Ho Chi Minh", Robert Grün
Eine der nicht gerade zahlreichen deutschsprachigen Biografien, nur antiquarisch zu bekommen.

"Gefängnistagebuch", Ho Chi Minh
Gedichte und Zeichnungen aus der Zeit der Inhaftierung in China. Als DDR-Druck nur noch antiquarisch erhältlich.

"Reden und Schriften", Ho Chi Minh
Gibt viele Einblicke. Die deutsche Übersetzung wird leider auch schon lange nicht mehr aufgelegt.

Romane, Erzählungen

"Mond über den Reisfeldern", Andrew X. Pham
Ein in den USA aufgewachsener Vietnamese kehrt als Tourist in seine Heimat zurück. Sehr interessante, kritische Betrachtung seines Landes, eine gute Lektüre für unterwegs.

"Der stille Amerikaner", Graham Green
Der Klassiker, historischer Roman über das Ende der französischen Kolonialherrschaft und die beginnenden Verstrickungen der USA in die Geschicke des Landes. In Vietnam als "Raubkopie" an jeder Ecke zu kaufen.

"Nichts und Amen", Oriana Fallaci
Die Erlebnisse der italienischen Journalistin zur Zeit des Vietnamkrieges. Viele erschütternde Erfahrungen, engagiert geschrieben.

"Vietnamesische Lehrjahre", Georg W. Alsheimer
Ein deutscher Arzt schildert sein Leben zur Zeit des Krieges in Hué und seine Erlebnisse im dortigen Krankenhaus. Ebenfalls sehr lesenswert.

Sachbücher zum Vietnamkrieg

"Apokalypse Vietnam", Buch zur MDR-Fernsehserie
Viele Hintergründe und Artikel von Zeitzeugen aller beteiligten Seiten.

"Geschichte des Vietnamkriegs", Marc Frey
Ausführliche Darstellung des Weges in den Krieg, ausgehend von der französischen Kolonialzeit. Relativ sachlich, aber dennoch eine Anklage gegen die Politik der USA. Etwas besseres über dieses traurige Kapitel der Geschichte habe ich nicht gelesen.

zurück  nach oben